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Heart D. Lucy – AMVs Creator – Interview

Heart D. Lucy ist eine deutsche Twitch Streamerin, die sich auf die Erstellung von AMVs (Anime Music Videos) spezialisiert hat. Wir haben uns die Gelegeheit nicht entgehen lassen, dieses ausführliche Interview mit ihr zu führen.

Persönlicher Hintergrund und Inspiration

Was hat dich dazu inspiriert, mit der Erstellung von AMVs (Anime Music Videos) zu beginnen, und wie hat sich deine Leidenschaft dafür entwickelt?

Ich bin einer sehr missbräuchlichen Familie aufgewachsen und als ich meinen ersten PC bekommen habe, hat mein Vater regelmäßig als Bestrafung den Lan-Stecker rausgezogen, damit ich kein Internet mehr zur Verfügung habe. Ich habe mich dann trotzdem regelmäßig an den PC gesetzt, einfach um Karten zu spielen oder mich durchzuklicken und irgendwann hatte ich dann das Programm Windows Movie Maker gefunden. Das war die Windows eigene Version eines Schnittbearbeitungsprogramms und habe angefangen erstmal Bilder zusammenzusetzen, die in meinem Kopf dann eine Geschichte ergeben sollten. Das Ganze hatte ich dann noch mit Musik unterlegt, die zu der Geschichte passte und so sind meine ersten Videos entstanden.

Dieses Konzept habe ich dann über die Jahre immer weiter ausgearbeitet. Ich habe durch verschiedene Animes für mich und andere Menschen aus meinem privaten Umfeld, Charaktere entdeckt, die mich an diese Personen erinnert haben und die ich in meine Videos stellvertretend für diese Personen eingebaut habe. Das ist der Grund, warum meine Videos sehr viele verschieden Charaktere aus unterschiedlichsten Animes zeigen. Mit passender Musik, die durch den Songtext dem ganzen Video zusätzlich noch einen Kontext gibt, habe ich angefangen für mich traumatische oder sehr einschneidende Ereignisse darzustellen und dadurch aufzuarbeiten. Über die Jahre wurden meine Darstellungen dann auch immer präziser und immer deutlicher, weil sich meine Erfahrung gerade was den Schnitt angeht immer mehr verbesserte.

Daraus entwickelte sich dann nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch eine Form der Selbsttherapie für mich, was sich bis heute nicht geändert hat. Deswegen ist jedes Video für mich etwas sehr persönliches und auf seine eigene Art und Weise unglaublich einzigartig.

Wie kam es zu deinem Künstlernamen “Heart D. Lucy”? Gibt es eine besondere Bedeutung oder Geschichte dahinter?

Die gibt es tatsächlich, weil mein Name sich aus verschiedenen Worten zusammensetzt, die für mich eine große Bedeutung haben. Das Wort „Heart“ was im deutschen „Herz“ bedeutet ist eine Anspielung auf meinen besten Freund. Das Herz hat für uns beide eine sehr tiefe Bedeutung und war schon immer ein Symbol, was mich durch mein ganzes Leben begleitet hat. Das „D“ ist unter anderem eine Anspielung auf den Anime „One Piece“ und soll meine Liebe für Animes darstellen. Und der Name Lucy ist die Abkürzung von meinem Zweitnamen Lucia, den meine Brüder für mich ausgesucht hatten. Er bedeutet „Licht“ oder „die Leuchtende“.

Welche Animes und Musikgenres bevorzugst du für deine AMVs, und wie wählst du die passenden Kombinationen aus?

Das ist immer sehr unterschiedlich. Meine Lieblingssängerin ist Taylor Swift, weil mich viele ihrer Texte inhaltlich sehr ansprechen und thematisch auch gut zu den Dingen passen, die ich in meinen Videos aufarbeiten möchte. Aber es gibt auch sehr viele andere Künstler die mich durch ihre musikalischen Darbietungen oder ihre Texte sehr inspirieren. Bei den Animes ist es sehr abhängig von den charakterlichen oder optischen Merkmalen des Anime-Charakters. Sehe ich Ähnlichkeiten zu einer Person aus meinem Leben wird dieser jeweilige Charakter der Person zugeordnet und in einem Video aufgearbeitet. Dabei spielt der Anime für mich weniger eine Rolle, weil es für mich nur um die Darstellung und Aufarbeitung in meinem Video geht.

Erstellung von Inhalten und Kreativer Prozess

Kannst du uns durch deinen typischen kreativen Prozess führen, von der Idee bis zum fertigen AMV?

Das ist eine gute Frage. Das passiert immer unterschiedlich. Manchmal ist es so, dass ich ein Lied höre und in meinem Kopf tauchen dann Bilder auf. Das sieht dann aus wie ein unfertiger Film, der viele schwarze Stellen hat aber ein grober Verlauf der Geschichte ist schon erkennbar. Das ist sehr abhängig davon, wie meine eigene Gefühlslage aktuell ist und was die Musik bzw. der Text emotional in mir auslösen. Andere Male ist es so, dass ich einen Anime sehe und denke mir „hey, diese Szene erinnert mich an dieses Lied und daraus könnte ich dann so und so eine Geschichte machen“.

Wenn dann die grobe Idee da ist, kann es trotzdem sein, dass diese sich innerhalb des Prozesses noch ändert bzw. mehr Details hinzugefügt werden oder ich mich in meiner Bildsprache etwas kürzer fassen muss. Wenn die Geschichte relativ ausgearbeitet ist, kommen die einzelnen Effekte dazu. Meistens versuche ich die Stimmung des Liedes in Effekten und Farben widerzugeben. Ist das Lied z.B. etwas düster, dann arbeite ich oft mit dunklen Farben, manchmal mit schwarz-weiß Filtern oder einem Rand der nach außen immer dunkler wird. Bei fröhlichen Liedern dann entsprechend mit hellen Farben, lustiger oder imposanter Schrift oder auch mit witzigen Szenen des Animes.

Mir ist es wichtig eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen, die dem Zuschauer beim Zusehen abholt und die Stimmung des Textes und der Musik wiedergibt. Das Video wird dann, wenn alles soweit fertig ist, nochmal von mir mehrmals angeschaut um noch Schnittfehler zu korrigieren oder die ein oder andere Szene vielleicht durch eine andere zu ersetzen, die besser in die Darstellung passt. Das ist sehr grob zusammengefasst der ungefähre Arbeitsprozess. Je nach Video kann die Bearbeitung einen bis zwei Monate dauern.

Welche Software oder Tools verwendest du für die Erstellung deiner Videos, und hast du Tipps für angehende AMV-Creator?

Angefangen habe ich ein bis zwei Jahre mit dem Windows Movie Maker, doch damit bin ich relativ schnell an meine Grenzen gestoßen. Später bin ich dann auf die Vegas Pro-Reihe umgestiegen und dabei auch bis heute geblieben. Mein Tipp für angehende AMV-Creator ist, dass sie ihre Videos machen sollten, weil es ihnen Spaß macht. AMVs machen findet gerade im deutschsprachigen Raum nicht sonderlich viel Anerkennung und auch der Erfolg ist nicht garantiert gegeben, weil es sehr viele AMV-Creator auf die gesamte Masse gesehen gibt.

Wer hier herausstechen will, muss vor allem viel Glück haben. Deswegen wäre mein Tipp als Creator in erster Linie Spaß an seiner Arbeit und an seinen Werken zu haben. Der Erfolg kommt dann unter Umständen irgendwann von alleine.

Gab es ein spezifisches AMV-Projekt, das für dich besonders herausfordernd oder bedeutsam war?

Ich liebe grundsätzlich alle meine Videos, weil jedes einzelne eine Geschichte aus meinem Leben erzählt. Von Guten oder Schlechten Zeiten, die aber alle ein Teil meiner Geschichte sind und die alle etwas darüber aussagen wie dieser Mensch, der ich heute bin, sich entwickelt hat. Vom reinen Schnitt und vom Arbeitsaufwand würde ich aber behaupten, dass es mein neustes Video „Casualty“ war, dass mir sehr viel abverlangt hat.

Ich habe über zwei Monate, teilweise stundenlang bis nachts daran gearbeitet, weil ich meine Ansprüche bei diesem Werk besonders hochgestellt hatte. Die Arbeit hat sich am Ende aber sehr gelohnt. Nicht nur ich bin unglaublich Stolz auf dieses Werk, sondern es hat auch sehr gutes Feedback bekommen. Vom aktuellen Stand her, ist es sogar das beste Video an dem ich bisher gearbeitet habe.

Interaktion mit der Community

Wie interagierst du mit deiner Community auf YouTube und Twitch, und welchen Einfluss hat das Feedback deiner Zuschauer auf deine Inhalte?

Unsere Hauptinteraktion findet auf meinem Discord-Server statt, weil man da einfach auch in Ruhe mit den Leuten reden kann als bspw. auf Twitch oder Youtube. Auf Twitch schreiben viele unterschiedliche Leute mit und da kann es sehr schwierig werden eine Konversation zu führen. Bei Youtube macht es die Kommentarfunktion sehr schwierig, weil manchmal auch Kommentare untergehen oder man vergisst schlichtweg zu antworten.

Auf Discord hat man dieses Problem weniger und es ist auch im Privaten einfacher Diskussionen zu folgen bzw. sich an solchen zu beteiligen. Wir haben sogar einen Kanal dort für Feedback aus der Community, da ich versuche Kritik, sowohl positiv als auch negativ für mich zu reflektieren und nach Möglichkeit auf mich anzuwenden.

Welche Rolle spielt die Live-Interaktion auf Twitch für dich im Vergleich zu den vorproduzierten Inhalten auf YouTube?

Eine sehr große. Ich finde die Live-Interaktion ist das Herz von Twitch und tatsächlich der Grund, warum ich mich überhaupt dafür entschieden habe Live-Streams zu machen. Es ist ein ganz anderes Gefühl und hat einen ganz anderen Spaß an der Sache, wenn man Live mit seinen Zuschauern interagieren kann, direkt ihre Reaktion im Chat sieht oder auch mit ihnen diskutieren kann und nicht erst in weiten Abständen auf eine Antwort warten muss, wie das bei Youtube der Fall wäre. Es entsteht eine ganz andere Dynamik zueinander, was mir sehr wichtig ist.

Du hast angekündigt, dass du am 16.04.2025 heiraten wirst und dafür eine GoFundMe-Seite eingerichtet hast. Wie hat deine Community auf diese persönliche Nachricht reagiert?

Mein Freund und ich sind schon seit dem Beginn von Twitch verlobt und daraufhin kam auch sehr oft die Frage auf, wann es denn endlich soweit wäre mit der Hochzeit. Als wir den Termin dann bekannt gegeben hatten, war das Feedback gewaltig. Ich hatte den Eindruck, dass meine Community sich mehr auf die Hochzeit freute als ich, weil sehr viele Leute nach Livestreams gefragt hatten und ob es eine große Feier gäbe. Es war unglaublich schön, so viel Zuspruch und Unterstützung zu bekommen. Ich habe auch einmal mein Hochzeitskleid im Stream getragen, weil es sich viele Zuschauer gewünscht haben, mich darin zu sehen.

Herausforderungen und Erfahrungen

Welche Herausforderungen hast du als Content Creator erlebt, insbesondere in Bezug auf Urheberrechte und die Monetarisierung von AMVs?

Das Urheberrecht und die Monetarisierung bei Reaction-Content ist ein geringes Problem. Unter Streamern gibt es eine ungeschriebene Regel, dass Inhalte nicht einfach gemeldet werden dürfen. Das gilt besonders dann, wenn man selbst auf Inhalte von anderen Creatorn reagiert. Natürlich gibt es Leute, die die Inhalte trotzdem melden aber ohne eine gute Begründung wird das von Streamern nicht gerne gesehen. Schwieriger wird es dann bei AMVs sowohl mit Urheberrecht, als auch mit Monetarisierung.

Da ich Musik verwende an der ich keinerlei Rechte besitze, dürfen meine Inhalte zwar hochgeladen und veröffentlicht werden aber die Monetarisierung ist nicht möglich. Es gibt Musikrechteinhaber die an große AMV-Creator herantreten um dort eine Vereinbarung zu treffen, dass in einem Werk die Musik des Rechteinhabers verwendet wird. Das ist dann praktisch bezahlte Werbung für ein neues Lied oder sogar für ein neues Album, womit man als AMV-Creator trotzdem Geld verdienen kann.

Wie gehst du mit Kritik oder kontroversen Themen um, die in deinen Streams oder Videos auftauchen können?

Bei kontroversen Themen bin ich sehr offen für verschiedene Sichtweisen und Meinungen, die sich aber auch im Rahmen einer Meinung bewegen müssen. Leider kommt es gelegentlich vor, dass Angriffe oder verbale Gewalt zu einer „Meinung“ verargumentiert werden, was sofort von meinen Moderatoren entfernt wird. Die jeweilige Person wird dann darauf aufmerksam gemacht, dass das was sie geschrieben hat keine Meinung ist und im Regelfall hat sich die Person auch lediglich einmal im „Ton“ vergriffen. Sollte die Person ihr Verhalten jedoch fortsetzen, sprich weiter beleidigen oder zur Gewalt aufrufen, wird derjenige aus dem Stream und dem Chat ausgeschlossen.

Mit Kritik an mir als Person bzw. an meiner Meinung gehe ich relativ gleich um. Ich reflektiere für mich, was der Zuschauer gesagt hat und ob ich diese Kritik auf mich anwenden kann, wobei es immer auf den Inhalt der Kritik ankommt. Es ist wichtig für sich selbst ein gesundes Gleichgewicht zu finden und auch seine Zuschauer dafür zu sensibilisieren, dass nicht jede Kritik angenommen werden muss.

Gibt es besondere Momente oder Erfahrungen mit deinen Zuschauern, die dir in Erinnerung geblieben sind?

Es ist sehr schwierig einen konkreten Moment festzulegen. Jeder Tag mit meinen Zuschauern ist für sich einzigartig. Meine Community schafft es immer wieder Momente zu schaffen, in denen wir lachen und zusammen rumalbern können.

Zukunftspläne und Weiterentwicklung

Welche Ziele hast du für die Zukunft als Content Creator, und gibt es neue Projekte oder Formate, die du ausprobieren möchtest?

Ich habe sehr viele Ideen, was ich zukünftig in meinen Streams noch machen möchte. Mein Hauptfokus liegt dabei darauf, dass ich den Stream sehr viel abwechslungsreicher gestalten möchte. Aktuell habe ich auch verschiedene Formate für den Stream in Planung mit denen ich zu gegebener Zeit meine Community überraschen möchte. Ein Ziel an dem ich aktuell arbeite ist, dass ich mehr Menschen für meine AMVs begeistern kann.

Ich arbeite gerade an einem Format, dass es Zuschauern einfacher macht den Kontext meiner Videos besser zu verstehen und nachvollziehen zu können, da sich immer noch viele Zuschauer damit schwertun. Diese Videoreihe handelt dann von der eigentlichen Idee des Videos, der Geschichte bis hin zur bildlichen Darstellung über den eigentlichen Bearbeitungsprozess in Vegas Pro.

Wie siehst du die Entwicklung der AMV-Community und der Streaming-Kultur im Allgemeinen in den nächsten Jahren?

Die AMV-Community verlagert sich meines Gefühls nach immer mehr auf die Plattform TikTok. Für die Bearbeitung nutzen viele Menschen mittlerweile Handyapps mit möglichst vielen Effekten, dass das Video spannend für die Augen wirkt aber gleichzeitig sehr kurzgehalten werden kann. Es wird gefühlt der möglichst wenigste Aufwand betrieben um viel Reichweite zu gewinnen, was für mich persönlich eine sehr traurige Entwicklung ist.

Welche Ratschläge würdest du neuen Content Creatorn geben, die in der AMV-Szene oder im Streaming-Bereich Fuß fassen möchten?

Das Wichtigste für jeden Creator, egal in welchem Bereich, ist weiter machen. Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt und vor allem Social Media vergisst sehr schnell. Es kann entmutigend sein, wenn der gewünschte Erfolg nicht sofort eintritt und viele kleine Creator hören genau aus diesem Grund schnell wieder auf. Dabei wird oft vergessen, dass viele große Streamer teilweise Jahre für ihren Erfolg gebraucht haben. Deswegen wäre mein Ratschlag nicht für Reichweite oder einen möglichen Erfolg zu arbeiten, sondern weil man wirklich Spaß an seinem Content hat. Alles andere wird sich früher oder später von selbst entwickeln aber bis dahin gilt: Dranbleiben ist alles!

Reactions auf Twitch – der neue Content-Fokus

Anime Music VideosDu machst mittlerweile vor allem Reaction-Streams – was hat dich dazu bewegt, dich stärker auf dieses Format zu konzentrieren?

Bevor ich mit Twitch angefangen habe, habe ich mit meinem Freund Videos über alle möglichen Themen auf Youtube geschaut. Zwischendurch habe ich mir dann einfach die Fernbedienung geschnappt, das Video pausiert und mit meinem Freund eine Diskussion angefangen, teilweise über Stunden. Irgendwann kam er dann auf die Idee, dass meine sehr mitteilungsbedürftige Art ziemlich gut für Twitch wäre und nach langem hin und her hatte ich mich endlich getraut meine Anfänge im Stream mit Reactions zu starten. Seitdem habe ich unglaublich viel Spaß an dem Format und das hat sich bis heute nicht viel geändert.

Welche Art von Inhalten reagierst du am liebsten? Gibt es bestimmte YouTube-Videos, Anime-Szenen oder Trends, die dich besonders interessieren?

Ich würde behaupten hauptsächlich auf Gossip-Themen rund um Youtube Deutschland, mittlerweile geht es aber auch etwas mehr in eine politische Richtung. Hin und wieder sind es auch Anime- und Gaming-Inhalte dabei, wobei das meine Community weniger zu interessieren scheint. Ich versuche in meinen Streams eine Mischung an Inhalten zu zeigen und zu machen, die für die meisten Leute innerhalb der Community und auch für mich interessant sind. Für mich ist das relativ einfach, weil ich viele Bereiche habe in denen mich die Themen interessieren oder ich mich weiterinformieren möchte. Da kommen meine Community und ich sehr gut zusammen.

Wie bereitest du dich auf deine Reaction-Streams vor? Suchst du gezielt nach Videos oder lässt du dich von deiner Community überraschen?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal werden mir Inhalte auf meiner Youtube-Startseite angezeigt, die sehr interessant aussehen und manchmal lasse ich das die Community entscheiden. Meistens wird auf unserem Discord in der Community über ein Thema diskutiert und wenn es interessant klingt, werden dazu Videos in einen davor vorgesehenen Kanal auf Discord reingepostet.

Gab es ein Video, auf das du reagiert hast, dass dich besonders überrascht oder emotional berührt hat?

Emotional berührt weniger aber ich kann mich daran erinnern, dass es in der Vergangenheit vor allem viele kleine Creator gab bei denen ich dachte „Wow, dass ist ein wirklich gutes Video und der hat gerade erst mit Youtube angefangen?“. Das traurige ist, dass viele von diesen Creatorn relativ schnell wieder aufhören, weil der Erfolg im Vergleich zur harten Arbeit die hinter den Videos steckt, leider meistens ausbleibt.

Wie unterscheidet sich das Erstellen von Reaction-Content von deinen AMV-Videos oder anderen kreativen Formaten?

Mein Reaction-Content hat für mich mehr etwas von einer Diskussion. Es wird ein Thema angesprochen über das ich meine Meinung sage und die Leute im Chat teilen mir dazu ihre Meinung mit. Ansichten werden geteilt, korrigiert oder ergänzt. Man hat nicht so viel Raum um über Dinge nachzudenken oder sich weitreichendere Gedanken zu machen, weil einfach die Ruhe fehlt. Das ist tatsächlich manchmal sehr angenehm einfach zu sagen, was man gerade denkt ohne viel darüber nachdenken zu müssen.

Bei meinem AMV-Content ist das etwas anders. Da denke ich sehr viel über ein Thema nach, gehe sehr viel in mich und reflektiere sehr viel. Manchmal drifte ich auch sehr in philosophische Gedanken ab, stelle mir verschiedene Szenarien vor wie eine Situation oder eine Reaktion sein könnte und frage mich, was andere darüber denken. Es sind sehr in sich geschlossene Gedanken, die ich nicht einfach so preisgeben kann, weil ich mich da auf eine sehr tiefe innerliche Ebene begebe und das dann in Form von meinen AMVs zum Ausdruck bringe. Meine Videos zeigen da sehr oft meine Gedankenwelt, während ich mich dabei kreativ ausleben kann.

Was macht für dich eine gute Reaction aus? Geht es mehr um Authentizität, Unterhaltung oder Analyse?

Ich denke, dass es eine gute Mischung aus allem ist. Wenn ich nach meinen Youtube-Kommentaren gehe, sind die Kritiken auch sehr unterschiedlich. Für manche geht es mehr um Inhalt, andere fühlen emotional sehr mit mir mit, wenn es um bestimmte Themen geht und wieder andere fühlen sich von meinen persönlichen Reaktionen, wenn z.B. jemand die Hose runterlässt in einem Video, sehr belustigt.

Aber deswegen finde ich Reaction-Content unter anderem auch so spannend, weil es immer unterschiedlich sein kann, wie man selbst am Ende reagiert.

Wie wichtig ist die Interaktion mit deinem Chat während deiner Reaction-Streams? Beeinflussen die Kommentare deine Reaktionen?

Sehr wichtig. Mein Chat bzw. meine Community waren damals mitunter ein Grund, warum ich mit Twitch angefangen habe. Ich wollte gerade dann, wenn ich mit unterschiedlichen Inhalten auseinandersetze, dass Leute mir ihre Meinung dazu sagen bzw. mir ihre Sichtweise dazu zeigen können. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie die eigene Meinung dadurch noch einmal beeinflusst oder ergänzt wird, weil die Menschen im Chat noch einmal komplett neue Blickwinkel aufzeigen können. Oder auch umgekehrt.

Es ist manchmal wie in einer Online-Schulklasse in der wir alle sowohl Lehrer als auch Schüler sind und uns gegenseitig Wissen vermitteln, zusammen lachen oder uns auch auf Fehler hinweisen. Ohne meinen Chat würde mir das Streamen ehrlich gesagt überhaupt keinen Spaß machen.

Hast du Lieblings-Creator oder Kanäle, auf deren Videos du besonders gerne reagierst?

Ja, wobei dann auch immer die Frage ist, um welches Thema es gerade geht. Bei aktuellen Gossip-Themen gibt es sehr viele gute Meinungsblogger bei denen man auf die Themen reagieren kann und die sehr zuverlässig Informationen zusammensammeln. Wenn es jetzt um Themenbereiche wie Politik geht, wird es dann schon deutlich schwieriger und da lasse ich mich von der Community beraten.

Gab es schon mal ein Video, das du live geschaut hast und hinterher gedacht hast: „Oh nein, das hätte ich lieber nicht anschauen sollen“?

Das gab es schon sehr oft. Bei manchen Videos wird man einfach sehr emotional, manchmal sogar sehr wütend. Gerade dann, wenn Aussagen getroffen werden, die man weder nachvollziehen, noch so bestätigen kann, fühlt man sich oft sehr angegriffen und missverstanden. Und das merkt man dann auch im Chat, weil manche Leute sich dann sehr mitreißen lassen. Das sind solche Momente in denen ich mir denke, dass das keine so gute Idee war, weil mein Anspruch im Stream eigentlich ist, dass wir alle Spaß miteinander haben und vom Alltag etwas abschalten können.

Hast du Pläne, dein Reaction-Format weiterzuentwickeln, zum Beispiel mit Gast-Streamern oder interaktiven Elementen für deine Community?

Sehr viele Pläne sogar. Ich möchte eine Mischung aus vielen verschiedenen Inhalten zusammenstellen, sodass jeder der den Stream schaut etwas zu sehen hat, was ihn interessiert. Grundlegend hatte ich mir eine Mischung aus Gaming unter anderem mit Community-Spielen, Reactions, Talks mit Gästen, also anderen Streamern, Kochstreams, Musik und auch etwas mehr AMV-Content vorgestellt.

Aktuell bin ich noch an der Ausarbeitung wie gut man die einzelnen Inhalte im Stream miteinander planen und besser ausarbeiten kann und natürlich auch welche Technik ich für die bestmögliche Umsetzung brauche. Die Planung wird auch noch viel Zeit in Anspruch nehmen aber das wird etwas sein, worüber sich meine Community auf jeden Fall schon einmal freuen darf.

Besuche Heart D. Lucy auf Twitch und Youtube!

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